Warum können Zähne abbrechen? – Ursachen, Risikofaktoren und vorbeugende Maßnahmen

Die Zähne zählen zu den härtesten Strukturen des menschlichen Körpers, dennoch sind sie nicht unzerstörbar. Die Ursachen für abbrechende Zähne sind vielfältig und reichen von äußeren Gewalteinflüssen über alltägliche Belastungen bis hin zu Erkrankungen des Zahnmaterials. Im Folgenden erläutern wir, warum Zähne abbrechen können und wie sich Risiken minimieren lassen.

Äußere Gewalteinwirkungen

Ein Schlag ins Gesicht, eine Sportverletzung, ein Sturz oder ein anderer Unfall zählen zu den häufigsten Ursachen für Zahnfrakturen. Besonders gefährdet sind bei solchen Ereignissen die Frontzähne. Darüber hinaus kann auch ein Beißen auf extrem harte Gegenstände, zum Beispiel auf Nüsse, Eiswürfel oder Knochen, einen stabilen Zahn überlasten und zum Bruch führen.

Zahnerkrankungen und geschwächte Substanz

Durch Karies, eine von Bakterien im Zahnschmelz ausgelöste Erkrankung, verliert die Substanz des betroffenen Zahns an Stabilität. Dann kann bereits ein festes Zubeißen auf normale Speisen dafür sorgen, dass ein Teil des Zahns absplittert oder abbricht.

Ähnliches gilt für wurzelbehandelte Zähne. Denn nach einer Wurzelbehandlung ist der Zahn „tot“, das heißt, Nerven und Blutgefäße wurden entfernt. Dadurch wird die Zahnstruktur spröder, da keine Versorgung mit Nährstoffen mehr erfolgt, und das Risiko von Frakturen steigt deutlich an.

Eine Entzündung des Zahnhalteapparats (Parodontitis) führt häufig zu einer Schädigung des Kieferknochens. Die Zähne verlieren dadurch ihren festen Halt im Knochen und brechen leichter.

Starke Abnutzung und chronische Belastung

Viele Menschen leiden unter nächtlichem oder unbewusstem Knirschen und Pressen der Zähne (Bruxismus). Dadurch wird ein enormer Druck auf das Gebiss ausgeübt, sodass feine Haar- oder Mikrorisse im Zahnschmelz entstehen können und einer oder mehrere Zähne im Laufe der Zeit splittern können.

Starkes oder falsches Zähneputzen gehört ebenfalls zu den Gründen für einen Zahnbruch. Wer beim Putzen zu viel Druck ausübt oder sehr harte Bürsten verwendet, schmirgelt langfristig den schützenden Zahnschmelz ab. Fehlt dieser Schutz, sind die darunterliegenden Schichten deutlich anfälliger für äußere Einflüsse und Brüche.

Ernährung und Säureeinwirkung

Durch säurehaltige Lebensmittel und Getränke, beispielsweise häufigen Konsum von Zitrusfrüchten, Cola und anderen Limonaden, Essig, Wein und allgemein sauren Nahrungsmitteln wird der Zahnschmelz angegriffen, denn die Säure entzieht ihm Mineralien, sodass der Schmelz porös und damit bruchanfälliger wird. Gleiches gilt für zuckerreiche Nahrung, denn Zucker fördert die Bildung von Kariesbakterien, die als Endprodukt ebenfalls Säuren erzeugen, die dann wiederum die Zahnsubstanz angreifen.

Altersbedingte Ursachen

Es ist ein natürlicher Prozess, dass der Zahnschmelz mit zunehmendem Lebensalter dünner und das innenliegende Zahnbein spröder wird. Dadurch kommt es zu einem Feuchtigkeitsverlust, die Zähne werden weniger elastisch und brechen leichter. Zudem können bei älteren Menschen altersbedingte Krankheiten wie Osteoporose die Bruchanfälligkeit der Zähne verstärken.

Genetische und systemische Faktoren

Eine unzureichende Versorgung mit Kalzium, Phosphor und anderen lebenswichtigen Mineralien aufgrund falscher Ernährung kann die Zahnstruktur schwächen, besonders bei Kindern und Jugendlichen. Auch haben manche Menschen durch genetische Veranlagung einen schwächeren Zahnschmelz oder Fehlbildungen, die das Risiko für Zahnbrüche erhöhen.

Wie lassen sich Zahnfrakturen vermeiden?

Zähne brechen ab, wenn ihr schützender Zahnschmelz angegriffen, die Zahnsubstanz erkrankt oder mechanisch, also durch äußere Einwirkungen überbeansprucht wird. Zu den wichtigsten Schutzmaßnahmen zählen:

  • sorgfältige Mundhygiene mit angemessenem Druck und passenden Hilfsmitteln
  • eine zahngesunde, mineralstoffreiche und nicht zu säurereiche Ernährung
  • Schutzmaßnahmen bei Sportarten mit Unfallrisiko, zum Beispiel durch einen Mundschutz
  • rechtzeitige Behandlung von Zähneknirschen, beispielsweise mit individuell angepassten Aufbissschienen
  • regelmäßige Kontrolluntersuchungen beim Zahnarzt, um eventuelle Schwächen oder Schäden frühzeitig zu erkennen

Durch bewusstes Verhalten und professionelle Vorsorge können die meisten Zahnfrakturen verhindert oder zumindest frühzeitig behandelt werden.

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