Veränderungen an der Mundschleimhaut – worauf Sie achten sollten

Die Mundschleimhaut ist nicht nur als bloße Auskleidung des Mundraums zu verstehen. Sie ist vielmehr ein sensibler Spiegel unserer allgemeinen Gesundheit, deshalb sollten Veränderungen an ihr niemals auf die leichte Schulter genommen werden. Oft erweist sie sich als der erste Indikator für allgemeine Gesundheitsveränderungen im Körper.

In unserer Praxis begegnen wir regelmäßig Patientinnen und Patienten, die sich fragen, ob eine weiße Stelle, eine Rötung oder eine kleine Wunde im Mund harmlos ist oder ärztliche Aufmerksamkeit erfordert. Unsere Antwort lautet: Im Zweifelsfall immer vom Zahnarzt abklären lassen.

Die Funktion der Mundschleimhaut

Die Mundschleimhaut (Mukosa) erfüllt zahlreiche wichtige Funktionen. Sie schützt vor mechanischen Reizen, Bakterien und Viren, hilft bei der Verdauung durch Speichelproduktion und unterstützt das Geschmacksgefühl. Da sie ständig äußeren Einflüssen ausgesetzt ist – von heißen Speisen über scharfe Kanten bis hin zu chemischen Reizstoffen – ist sie anfällig für verschiedene Veränderungen. Diese können harmloser Natur sein, aber auch Hinweise auf ernsthafte Erkrankungen geben.

Welche Veränderungen an der Mundschleimhaut kommen häufig vor?

Die Mundschleimhaut kann sich auf vielfältige Weise verändern. Zu den häufigsten Auffälligkeiten gehören die folgenden Symptome.

Aphthen sind kleine, runde Geschwüre mit weißlich-gelbem Grund und rotem Rand. Sie entstehen oft durch Stress, Verletzungen oder durch einen Mangel an bestimmten Nährstoffen wie Eisen, Vitamin B12 oder Folsäure. Sie heilen in der Regel innerhalb von ein bis zwei Wochen von selbst ab. Treten sie jedoch sehr häufig oder in ungewöhnlicher Größe auf, sollte eine gründliche Untersuchung erfolgen.

Weißliche Beläge oder Flecken (sogenannte Leukoplakie) können harmlos sein, verursacht etwa durch Reizung einer scharfer Zahnkante oder schlecht sitzenden Zahnersatz. In manchen Fällen handelt es sich jedoch um Vorstufen einer bösartigen Veränderung. Genau deshalb gilt: Weiße Flecken, die sich nicht abwischen lassen und länger als zwei Wochen bestehen, müssen zahnärztlich beurteilt werden.

Rötungen und entzündete Bereiche entstehen häufig durch bakterielle oder pilzbedingte Infektionen. Ein Mundsoor (Candidose) zeigt sich als weißlicher, abwischbarer Belag auf geröteter Schleimhaut und tritt besonders bei geschwächtem Immunsystem, nach Antibiotikagaben oder bei Prothesenträgern auf.

Bläschen und Geschwüre können auf eine Infektion mit Herpesviren hinweisen, aber auch Symptom eines systemischen Grundleidens sein – etwa der Mundschleimhautbeteiligung bei Erkrankungen wie Morbus Crohn, Lupus erythematodes oder anderen Autoimmunerkrankungen.

Schließlich können auch Rauchen und übermäßiger Alkoholkonsum die Mundschleimhaut reizen und das Risiko für Entzündungen und bösartige Veränderungen erhöhen.

Wann sollten Sie unbedingt zum Zahnarzt gehen?

Folgende Symptome erfordern eine zeitnahe zahnärztliche oder ärztliche Abklärung:

  • Veränderungen, die länger als 2-3 Wochen bestehen bleiben
  • schmerzlose weiße oder rote Flecken, denn Schmerzlosigkeit ist kein Zeichen von Harmlosigkeit
  • schmerzhafte oder blutende Stellen ohne erkennbare Ursache
  • Geschwüre, die größer werden oder nicht abheilen
  • Knoten oder Verhärtungen im Weichgewebe
  • anhaltende Schluckbeschwerden, Heiserkeit oder Taubheitsgefühl in Mundbereich oder Lippen
  • Veränderungen in Kombination mit Gewichtsverlust oder Abgeschlagenheit

Ihr Zahnarzt kann durch eine gründliche Untersuchung – gegebenenfalls unterstützt durch die Entnahme einer Gewebeprobe (Biopsie) – die Ursache klären und eine passende Therapie einleiten.

Was Sie selbst tun können, um Risiken zu vermeiden

Grundlage auch für die Gesundheit der Mundschleimhaut ist eine regelmäßige und sanfte Mundhygiene. Nutzen Sie dafür eine fluoridhaltige Zahnpasta sowie eine weiche Zahnbürste und Zahnseide oder Interdentalbürstchen. Verzichten Sie bei bestehenden Reizungen auf scharfe, saure und sehr heiße Speisen und Getränke. Bei leichten Entzündungen können Kamillen- und Salbeitee als Mundspülung lindernd wirken.

Einer der größten Risikofaktoren für Veränderungen und Schäden an der Mundschleimhaut, der das Krebsrisiko erheblich erhöht, ist Tabakkonsum. Auch regelmäßiger Alkoholkonsum, chronische Sonnenexposition der Lippen sowie eine Infektion mit dem Humanen Papillomavirus (HPV) gelten als relevante Risikofaktoren für Mundschleimhautveränderungen und Mundkrebs.

Unser Rat

Schauen Sie regelmäßig in den Spiegel und kontrollieren Sie Ihren Mundraum. Veränderungen der Mundschleimhaut sind zwar nicht immer gefährlich, sollten aber immer ernst genommen werden. Früh erkannt, lassen sich die meisten Ursachen gut behandeln. Bei Unsicherheit oder anhaltenden Beschwerden ist ein Besuch bei Ihrem Zahnarzt auf jeden Fall angeraten.

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