Symptome schlecht sitzenden Zahnersatzes: Diese Warnsignale sollten Sie nicht ignorieren

Zahnersatz wie Kronen, Brücken oder Prothesen soll fehlende oder beschädigte Zähne ersetzen und Ihnen ein komfortables Kauen sowie ein ästhetisches Lächeln ermöglichen. Doch was passiert, wenn der Zahnersatz nicht richtig sitzt? Dies kann nicht nur unangenehm sein, sondern auch ernsthafte gesundheitliche Folgen haben. Wir möchten mit diesem Beitrag aufzeigen, welche Symptome auf einen mangelhaft sitzenden Zahnersatz hindeuten.

Schmerzen und Druckstellen

Eines der deutlichsten Warnsignale für schlecht sitzenden Zahnersatz sind Schmerzen. Eine gewisse Eingewöhnungsphase nach dem Einsetzen neuer Prothesen oder Kronen ist normal, anhaltende Schmerzen sind es nicht. Besonders charakteristisch sind Druckschmerzen an bestimmten Stellen des Zahnfleischs oder Kiefers.

Druckstellen entstehen, wenn der Zahnersatz ungleichmäßig auf das Zahnfleisch oder den Kieferknochen drückt. Bei Prothesenträgern treten solche Druckstellen häufig an den Rändern der Prothese auf, wo sie auf das Zahnfleisch trifft. Unbehandelt können daraus schmerzhafte Geschwüre entstehen, die das Essen und Sprechen erheblich beeinträchtigen.

Wackelnder oder rutschender Zahnersatz

Insbesondere herausnehmbare Prothesen sollten fest und stabil sitzen. Wenn Sie bemerken, dass Ihre Prothese beim Sprechen, Lachen oder Kauen verrutscht, ist dies ein klares Zeichen dafür, dass eine Anpassung erforderlich ist.

Dieser mangelnde Halt kann verschiedene Ursachen haben. Mit der Zeit verändert sich der Kieferknochen durch natürlichen Knochenabbau, was dazu führt, dass eine ursprünglich gut sitzende Prothese locker wird. Auch Gewichtsverlust kann den Sitz von Zahnersatz beeinflussen.

Ein rutschender Zahnersatz ist nicht nur peinlich in sozialen Situationen, sondern kann auch gefährlich werden. Es besteht die Gefahr, dass Sie sich beim Essen verschlucken oder die lockere Prothese beim Schlafen in die Atemwege gerät.

Probleme beim Kauen und Beißen

Zahnersatz soll Ihnen ermöglichen, wieder normal zu essen und zu kauen. Wenn Sie feststellen, dass das Kauen schwierig oder schmerzhaft ist, deutet dies auf Probleme mit dem Sitz hin. Dies gilt auch für einen ungleichmäßigen Biss.

Wenn sich der Zahnersatz beim Zusammenbeißen nicht natürlich anfühlt oder Sie das Gefühl haben, auf einer Seite stärker aufzubeißen als auf der anderen, stimmt die Okklusion – der Kontakt zwischen oberen und unteren Zähnen – nicht. Dies kann nicht nur zu Beschwerden im Mund führen, sondern auch zu Verspannungen der Kaumuskulatur und langfristig zu Kiefergelenksproblemen.

Sprachschwierigkeiten und vermehrter Speichelfluss

Bei neuen Prothesen ist eine kurze Eingewöhnungsphase normal, in der die Aussprache von S-Lauten oder anderen Buchstaben schwerfällt. Wenn diese Schwierigkeiten jedoch anhalten oder sich verschlimmern, kann dies ein Hinweis darauf sein, dass der Zahnersatz nicht optimal sitzt.

Die Zunge benötigt beim Sprechen bestimmte Kontaktpunkte. Ist der Zahnersatz zu dick, zu dünn oder falsch positioniert, wird die Lautbildung erschwert. Auch ein zu großer oder zu kleiner Abstand zwischen Ober- und Unterkiefer kann zu Sprachproblemen führen.

Vermehrter Speichelfluss oder im Gegenteil ein sehr trockener Mund können ebenfalls auf Probleme hinweisen. Der Körper reagiert manchmal auf einen Fremdkörper im Mund mit verstärkter Speichelproduktion. Gleichzeitig kann schlecht sitzender Zahnersatz die natürliche Speichelverteilung im Mund stören.

Zahnfleischentzündungen und Mundgeruch

Ein falscher Sitz des Zahnersatzes führt oft zu Spalten und Zwischenräume, in denen sich Speisereste und Bakterien ansammeln können. Diese bilden einen idealen Nährboden für Bakterien. Die Folge sind Zahnfleischentzündungen, die sich durch Rötungen, Schwellungen und Blutungen beim Zähneputzen oder Essen zeigen.

Hartnäckiger Mundgeruch trotz gründlicher Mundhygiene kann ebenfalls ein Hinweis auf schlecht sitzenden Zahnersatz sein. Die bakterielle Besiedlung in den Zwischenräumen produziert übelriechende Schwefelverbindungen, die Sie durch normales Zähneputzen nicht beseitigen können.

Kopfschmerzen und Kiefergelenkbeschwerden

Wenn die Bisshöhe nicht stimmt oder der Zahnersatz ungleichmäßig belastet wird, muss Ihre Kaumuskulatur ständig Ausgleichsarbeit leisten. Diese Überbeanspruchung führt zu Muskelverspannungen, die sich als Kopfschmerzen, besonders im Schläfenbereich, äußern können.

Auch Knackgeräusche oder Schmerzen im Kiefergelenk beim Öffnen oder Schließen des Mundes können auf eine fehlerhafte Bisslage durch schlecht sitzenden Zahnersatz zurückzuführen sein. Langfristig kann dies zu einer craniomandibulären Dysfunktion (CMD) führen, einer ernsthaften Funktionsstörung des Kauorgans.

Ästhetische Veränderungen

Neben den funktionellen Problemen können auch ästhetische Veränderungen auftreten. Die Lippen wirken möglicherweise eingefallen, oder es bilden sich tiefere Falten um den Mund. Eine veränderte Gesichtsform kann ebenfalls ein Hinweis sein, dass der Zahnersatz nicht richtig sitzt und die natürliche Unterstützung der Gesichtsmuskulatur fehlt.

Fazit

Tritt eines der genannten Symptome bei Ihnen auf, sollten Sie zeitnah Ihren Zahnarzt aufsuchen. Viele Probleme mit schlecht sitzendem Zahnersatz lassen sich durch eine Anpassung, Unterfütterung oder Neuanfertigung beheben. Je früher Probleme erkannt und behandelt werden, desto besser lassen sich Folgeschäden vermeiden.

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