Nachhaltige Zahnpflege: Was leisten Bambuszahnbürste, Zahnputztabletten & Co. wirklich?

Das Thema Nachhaltigkeit und das Bewusstsein für eine umweltfreundliche Lebensweise umfasst mehr und mehr Bereiche des Alltags. Das gilt auch für die Zahnpflege. Zahnbürsten aus Bambus statt aus Plastik, Zahnseide aus natürlichen Materialien oder auch Zahnputztabletten erobern den Markt der Artikel für die tägliche Mundhygiene. Es stellt sich aber die Frage, wie weit diese Produkte aus zahnmedizinischer Sicht wirksam sind. Unser Beitrag möchte über die wichtigsten Fakten aufklären.

Die Bambuszahnbürste: Ein grünes Image mit Haken

Die Bambuszahnbürste ist wohl die bekannteste Alternative zur herkömmlichen Bürste aus Kunststoff. Der Griff besteht aus nachwachsendem Bambus, der von Natur aus antibakteriell wirkt und zudem kompostierbar ist. Aus zahnmedizinischer Sicht gibt es in diesem Zusammenhang wenig zu beanstanden, denn wirklich entscheidend ist nicht das Material des Griffs, sondern die Qualität der Borsten.

Und hier liegt leider auch der Haken. Bei den meisten Bambuszahnbürsten bestehen die Borsten nach wie vor aus Nylon. Vollständig natürliche und biologisch abbaubare Borsten sind noch selten und in ihrer Reinigungsleistung der Nylonvariante oft unterlegen. Achten Sie beim Kauf auf weiche bis mittelharte Borsten und das bekannte Rundkopf-Design, das auch an schwer zugängliche Stellen gelangt. Wichtig: Wie jede Zahnbürste sollte auch die Bambusvariante alle zwei bis drei Monate gewechselt werden. Solange Ihre Putzgewohnheiten stimmen, ist gegen Bambus als Einstieg in die nachhaltige Zahnpflege nichts einzuwenden.

Öko-Zahnseide: natürlich, aber nicht immer vergleichbar

Herkömmliche Zahnseide besteht in der Regel aus Nylon und ist mit Wachs aus synthetischen Quellen beschichtet. Nachhaltige Alternativen setzen auf echte Seide, Bambusfasern oder pflanzenbasierte Materialien und werden häufig in Glasfläschchen mit Nachfüllsystem verpackt.

Zahnmedizinisch betrachtet ist regelmäßiges Reinigen der Zahnzwischenräume essenziell, denn dort entstehen rund 40 Prozent von Kariesbefall an den Zähnen. Ob die Zahnseide aus Nylon oder Bambus besteht, ist für die Reinigungswirkung zweitrangig. Entscheidend ist vielmehr, ob sie konsequent angewendet wird. Wer mit herkömmlicher Seide nicht zurechtkommt, kann auch zu Interdentalbürstchen greifen, die aus zahnärztlicher Sicht genauso effektiv sind. Nachhaltige Zahnseide ist eine gute Wahl, aber die regelmäßige Anwendung ist wichtiger als das Material.

Zahnputztabletten: praktisch, aber wirksam?

Ein relativ junger Trend sind Zahnputztabletten. Sie sind leicht zu dosieren, verursachen nur wenig Müll und erweisen sich auf Reisen als besonders praktisch. Die Pastillen werden kurz gekaut, verbinden sich mit Speichel und bilden dadurch ein schaumiges Gemisch, mit dem anschließend die Zähne geputzt werden. Unter ökologischem Blickwinkel ist vor allem interessant, dass die Tabletten in Glasdosen, Metallbehältern oder Papiertütchen verkauft werden. Es fällt also keinerlei Plastikmüll an wie bei Zahnpastatuben.

Zu beachten ist jedoch, dass einige Produkte keine Fluoridverbindunegn enthalten. Das mag für manche Menschen durchaus ein Kaufkriterium sein. Aus zahnmedizinischer Sicht muss man diesen Punkt differenziert betrachten, denn Fluorid ist bis heute der Goldstandard in der Kariesvorbeugung. Es härtet den Zahnschmelz und macht ihn widerstandsfähiger gegen Säureattacken. Für einen zuverlässigen Schutz sollten Zahnputztabletten mindestens 1.000 ppm (Teile pro Million) Fluorid enthalten.

Bei manchen Tabletten ist auch die Konsistenz zu beanstanden. Wenn sie nicht gründlich gekaut werden, verteilt sich der Schaum nur ungleichmäßig auf den Zahnoberflächen. Für Patienten mit hohem Kariesrisiko ist es deshalb ratsam, die gewohnte fluoridhaltige Zahnpasta aus der Tube nicht blind durch Tabletten zu ersetzen, ohne die Wirksamkeit zu prüfen.

Mundwasser und Pulver: Ergänzung ja, Ersatz nein

Einige Hersteller bieten auch nachhaltige Mundwässer in Tablettenform oder Zahnpulver auf Mineralstoffbasis an. Diese können die Zahnpflege ergänzen, ersetzen aber keine fluoridhaltige Zahnpasta. Wer auf solche Produkte setzt, sollte parallel weiterhin eine bewährte Zahnpasta mit Fluorid verwenden.

Unser Fazit: Nachhaltigkeit und Zahngesundheit schließen sich nicht aus

Nachhaltige Zahnpflege ist mehr als ein Trend – sie ist möglich und sinnvoll. Wichtig ist, bei der Produktwahl auf wissenschaftlich belegte Inhaltsstoffe zu achten, allen voran Fluorid. Wer Bambuszahnbürste und fluoridhaltige Zahnputztabletten nutzt und dabei zweimal täglich sorgfältig putzt sowie die Zahnzwischenräume reinigt, ist auf einem sehr guten Weg, sowohl für die Umwelt als auch für die eigene Zahngesundheit. Sprechen Sie uns gerne an, wenn Sie weitergehende Fragen zu diesem Thema haben.

Zur Blogübersicht